Mittwoch, 15. Oktober 2008

Praktikum in Norwegen

6 Wochen in der Jugendherberge wohnen ist teilweise nervig, teilweise lustig. Immerhin hab ich ein Einzelzimmer und sowieso sehr geringe Ansprüche. Das Frühstück ist super und ich schlage mir immer morgens den Bauch voll. Da kann ich auch immer wunderbar die anderen Gäste beobachten. Ich hab schon Moby, Right Said Fred, diversen Jesuse, einen Pilger, eine ältere Ausgabe von nem Kerl aus Kiel der mal mit mir anbandeln wollte und andere Gestalten gesehen. Und einige Tage wurde ich auch von nem norwegischen Möbelpacker, der mir sogar seine Telefonnummer gegeben hat und nem norwegischen Boxer (ein Mensch, kein Hund) beim Frühstück zugelabert.
Das Praktikum macht dafür sehr viel Spaß. Hier arbeiten aber irgendwie kaum Norweger. Den größten Ausländeranteil machen natürlich wie immer die Deutschen aus. Mein Chef ist Deutscher und sein Chef und Abteilungsleiter ist aus Deutschland. Dann sind hier viel Franzosen, Schweden und Dänen. Also muss ich eigentlich nie Norwegisch sprechen.
Dann sind da noch zwei andere Praktikanten aus Deutschland. Crazy Chris (so nennt der sich selbst...) und Sebastian. Und zum ersten Mal war ich die älteste in einer Gruppe von Studenten, weil die gerade mal 23 und 22 waren. Und zum ersten Mal hab ich nen Kerl aus Bayern, der jetzt in Bremen wohnt, kennen gelernt der wirklich nett und lustig ist. Vermutlich kamen wir so gut aus, weil er Süddeutschland genauso wie ich verachtet und froh ist, dort nicht mehr wohnen zu müssen und wir beide nur von Vorurteilen leben. Sebastian wollte ziemlich lange nicht glauben, dass ich auch mal in Fast-Bayern gewohnt habe, weil ich blond bin und nicht fett und normal spreche. ;-) Sowie ich bis heute den Schock noch nicht überwundern habe. Haha. Jetzt sind aber die Beide wieder weg und ich hab niemand den ich nerven kann oder zu Ausflügen mitnehmen kann (z.B. Sonntagswandern und der Trip nach Røros). Und es gibt auch kein Snooker mehr freitags im Nazibunker DORA und keine Abende in der Stammkneipe, dem alten Rockschuppen wo Typen in schwarzen Ledermänteln an der Bar sitzen und Kaffee trinken und Zeitung lesen und wo wir immer nach den Ausweisen gefragt wurden, obwohl wir nur Limonade getrunken haben. Na ja, Snooker ist eigentlich auch ziemlich langweilig. Da ich mich ja jeder sportlichen Tätigkeit verweigere, war ich der Schiedsrichter, aber ich bin meistens nach ner halben Stunde eingeschlafen.
In Trondheim hat sich nicht viel verändert seit letztem Jahr, aber das ist echt gut.

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